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Erste Eindrücke aus den USA

May 21, 2018

Ich hasse das Fliegen in grossen Flugzeugen, es ist wie ein Aufenthalt in einem Gefängnis. Alleine diese Sicherheitsproceduren nötigen mir jede Würde ab. Folglich geschieht das nur aus sehr wichtigen Gründen.

Ein bedeutender Teil meiner Familie lebt seit Jahr und Tag in den USA. Von Iowa über Washington, Baltimore bis Virginia hat die liebe Verwandtschaft an der Ostküste ihre Spuren hinterlassen. Trump spaltet die Gemüter, aber Keiner will wirklich auswandern wegen dieser für viele Amerikaner überraschenden Wahlentscheidung im letzten Jahr.

In Virginia hatte ich die Gelegenheit, die Prom der Schüler mit zu erleben. Hier putzten sich die jungen Leute aus der Mittel- und Oberstufe richtig fein heraus und feierten öffentlich  mit ihren Schulangehörigen und  mit den Verwandten den Höhepunkt des Schul-Terms vor den Abschlussprüfungen. Entscheidungen über Berufswege oder weitere Bildungswege sind zu treffen. Vom Aufwand ist das mit den hiesigen Abiturabschlussbällen in etwa vergleichbar. In der Nähe traten am Samstag die Wailers auf und ich kam mit vielen Jugendlichen über Bob Marley, die siebziger und achtziger Jahre im jugendlichen Popkulturbetrieb ins Gespräch. Bob Marley – in meiner Jugend haben wir die letzten Spargelder für ein Konzert locker gemacht –  ist hier nicht sehr bekannt unter den jungen Leuten und ich hatte das Ziel, über deren aktuelle Musikinteressen mehr zu erfahren. Meine Befassung mit Youtube als Plattform für Musikproduzenten auch in der Jugendkultur war hier hilfreich. Mir wurde Gelegenheit gegeben, einige Musiktitel aus old-europe beizusteuern und das wurde nicht als Risiko sondern als Bereicherung angesehen. Neben aktuellen Coversversionen kamen auch Originaltitel von HRVY, Malu Trevejo – Hasta Luego (Official video) + Personal, Roadtrip COVERS  und Bars&Medoldy Beliebte Videos  auf die Playlist. Mir wurde bedeutet: Die Leute wollen Tanzen, Spass haben und ihre vielfältigen kulturellen Hintergründe auch in ihrer Musik wieder neu erleben. Die Eltern von zwei Schülern stellten grosszügige, vollklimatisierte Veranstaltungsräume zur Verfügung – eine riesige Erleichterung bei diesen schwül-heissen und regenreichen Wetterverhältnissen im Süden der USA. Auch aus Europa kommen Bausteine für eine US-Musikkultur, die mit dem Begriff Multikulturell nicht im Ansatz hinreichend beschrieben ist. Später hat ein Junge aus einer  koreanischen Familie Popmusik aus Asien (K(orean)-Pop) – exemplarisch BTS mit wiki –  gemixt. Die Leute waren sowas “von den Socken” und nach kurzer Einschwingphase war der Pit nur noch am abzappeln, ein herrrliches Bild !

Aber nicht nur die Jugend ist durch Popmusik erreichbar. Ich sass abends beim TexMex-Abendessen in einer freundlich plaudernden Runde. Der Senior am Tisch suchte in seinem Smartphone nach der Künstlerin mit dem “Havanna-Unana-Refrain” und wir kamen auf Camilla Cabello’s Hit aus dem letzten Jahr zu sprechen. In diesem Zusammenhang hat nicht nur  die eingepflegte Trompete den Ausschlag für den älteren Herren gegeben, den Latin-Hit in seine Lieblingsmusik einzuordnen. Die beste Interpretation erschien uns Beiden ihr Auftritt bei Jimmy Fallon im Rockefeller Center in NYC im September 2017 zu sein. Mir persönlich wurde der Song durch ein Cover von Bars&Melody aus England erstmals bekannt gemacht. So sind die Wege im Zeitalter der sozialen Medien vielseitig, die Popmusik kommt auf unterschiedlichen Wegen zum Hörer. Ob als Cover oder Original ist eher abhängig von den genutzten Kanälen.

Zu RoadTrip gibt es noch folgende Hintergrundinformation. Blair Dreelan (Ex-Sänger von 2011 bis 2012 bei East17) produziert seit einigen Jahren RoadTrip und HRVY unter dem Dach von ALPHADOG MANAGEMENT LIMITED (Company #08237662) in Berkshire, England. Blair baut seine Künstler mit Fürsorge und Nachhaltigkeit auf. Er sorgt für das technische Equipment, Vertragsfragen und ein künstlerisch produktives Arbeits- und Wohnumfeld. Seit Herbst 2017 hat HRVY einige Hits in den britischen und US-Charts, aktuell erobert er Australien mit seiner Musik. Ab den 2013ern könnte er dem Einen oder Anderen auch bei Children-BBC begegnet sein. Dort haben auch Bars&Melody ab 2014 regelmässige Moderations- und Gesangsjobs übernommen und mir wird die dialektische CBBC-Diskussion in 2015 über Sinn oder Unsinn des täglichen Bettenmachens ewig im Gedächtnis bleiben. Wir können auch hier einem transmedialen Netzwerk bei der Popkulturarbeit wieder quasi über die Schulter schauen. Simon Cowell und Ed Sheeran sind seit 2010 immer wiederkehrende Figuren im globalen Popzirkus und deren Produkte gehen auch wieder eigene Wege.

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2 Comments leave one →
  1. May 22, 2018 1:29 pm

    Es ist interessant und angenehm deine muliti- oder transkulturellen Erlebnisse nachzuempfinden. Auch wenn mir persönlich Popmusik beim hören und sehen eher Kopfschmerz bereitet, ist der Zugang den du so bekommen hast sehr interessant. Es ist fast schon kitschig wie die Musik in deinem Fall Brücken zwischen verschiedenen Kulturkreisen geschlagen hat. LG TBC

    • May 22, 2018 11:48 pm

      In den USA ist die Nichtraucherpolitik sehr strikt. Also treibe ich mich immer oft in den Raucherecken vor oder hinter den Hotels herum. Passanten kommen vorbei und man kommt sehr leicht ins Gespräch, auch in kleineren Städten. Ich wusste, dass die “Wailers” in die Stadt kommen und so habe ich am Thema leicht anknüpfen können. Die Prom war eine super zufällige Gelegenheit, um mit vielen Leuten am Thema zu bleiben. Schwerpunkt meines Aufenthaltes war unser family-get-together,hier sind eher zentraleuropäische- und mediterrane Wurzeln im 18. und frühen 19. Jahrhundert in die US-Kultur gekommen, ein vetrauter Raum also.
      Die Marley-Debatte startete,als ein Junge mit einem Hoodie mit RIP+Foto von einem von der Polzei erschossenen Jungen in die Musikdebatte mit einstieg. Nach 20 Minuten fand ich mich in einer Party mit 500 Gästen wieder, very under-dressed.
      Ich schreibe,um heraus zu finden,was ich denke. Dieses Motto ist zwar geraubt,aber es trifft sehr auf mich zu. Im Weiteren möchte ich von meinem Besuch hier etwas Positives mitnehmen und hoffentlich auch hinterlassen. In den Familienangelegenheiten ist das etwas vorhersehbarer als im Kulturraum. Dort werde ich immer wieder vom Neuen und Zufälligkeiten überrascht. Die Wirkungsräume von Musik interressieren mich seit meiner Jugend und ich glaube,ohne Musik und deren kulturelle Inszenierungen wäre mein Leben deutlich schwerer zu händeln gewesen. Dabei spielt die Musikart zwar eine richtungsgebende Rolle,aber mit einem offenen Geist sieht man mehr in den Nebenstrassen. Ein weiteres Feld ist für mich die Rettung des westlichen Denkens (Aufklärung,Laizismus) gegen die ideologischen Barbareien mannigfaltiger Irrlehren. Aber das ist eine andere Geschichte. Ahoi Zuppi

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