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Nu iss November

November 1, 2009

Das letzte herbstverweigernde Eis von Eishennig nahm ich Montag zu mir. Die obligate Kürbisspeise wurde, ohne weiteren Schaden genommen zu haben, vertilgt. Auch der Grünkohl machte es sich schon gemütlich im Magen. Der Schal gehört eine ganze Weile zum Bekleidungsstandard – die dicken Jacken bleiben aber noch trotzig im Schrank hängen.

Die Kids werden immer komischer,bin gestern auf meinem halben Candy-Haufen sitzen geblieben.Sammeln die jetzt nur noch Möhren, oder was? Naja, wird schon weggehen,das Zeugs.
Interessant ist ja auch,dass in der Halloweennacht Erwachsene ihr Kitadefizit in lächerlichen Outfits und schlechtest möglicher Camouflage nachholen. Wenn dann noch die Retardierung durch Alkohol oder andere Substanzen zur Spassbefreiung hinzukommen,wird das Bild gänzlich schräg.Abgetakelte Schicksen und phantasielose Vampire torkeln über die  Trottoirs Berlins. Ich habe mir ja Zivilisation immer schon anders vorgestellt. Nachts bleibt man zu diesen Tagen wohl besser am heimeligen Öfchen. Aber egal,werde ich halt diesbezüglich zur individualisierten Monade.

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Bei Max Goldt ging es zum Abend ganz vertraut zur Vorleserei – nach 18 Jahren hat er sich ins frisch von Didi Hallervorden eröffnete Schlossparktheater nach Steglitz einladen lassen. Im Vordergrund stand die Vorstellung seines neuen Zimbo-Buches,aber auch ältere, unveröffentlichte Texte und Miniaturen kamen zum Vortrag. Nach 22 Jahren Liveabstinenz war es ein angenehmes Erlebnis,diesen Autor gereift zu erleben. Die Jahre bleiben ja schliesslich kaum einem Menschen nur in den Kleidern hängen. Ein pfleglicher Umgang mit dem Selbst und nicht der Verzweifelung anheim zu fallen kommen eben auch den Faninteressen entgegen.
Seine Texte bleiben zeitlose Dokumente des manchmal paradoxen Situationsspieles, manchmal den Selbstverständlichkkieten des Alltags trotzende Gedankenaussichtstürme.
Überzeichnete Schenkelklopfer wurden keine vorgetragen,das blieb der guten alten Zeit vorenthalten. Nach Schluss der Vorlesung stellte sich der Autor den Zuhörern zur Autogrammstunde. Möge sich das neue und gut gebundene Buch auf vielerlei Wegen den Zugang zu möglichst vielen Lesern verschaffen. Mir bleibt das alte Werk aus den achtziger Jahren das Liebste – nebst der Vortragungserinnerungen an den Autor. Man hängt ja an seinen Entdeckungen wie ein Archäologe an seinen spektakulären Funden.

5 Comments leave one →
  1. Neuköllner Botschaft permalink
    December 9, 2009 12:44 am

  2. December 9, 2009 11:49 pm

    Na,da bin ich ja für Donnerstag schon vorgwarnt, ich fahr dann eine U-Station weiter,um im Peppi den Lanzmann Film anzuschauen.
    Schade,dass bei sukkulent erstmal Schluss iss. Aber: Ohne Zerfall gibts ja och keene Erneuerung.
    Ahoi😉

    • Neuköllner Botschaft permalink
      December 9, 2009 11:56 pm

      Die Sukkulenten sind nicht tot.
      Winterruhe wechselt mit Wachstumsphase.
      Es wird jedoch unter «POSTS» neue Beiträge geben.

      LG aus Neukjölln und vermeiden Sie auf jeden Fall das Matratzen-Outlet bzw. das Gegenüber.

      • December 22, 2009 12:26 am

        dann wünsche ich den sukkulenten eine juute ruhephase durch die lebkuchensaison hindurch.
        die shopwarnung nehme ich auch entgegen,obwohl mein mfo outlet um die ecke hat gerade erst dicht gemacht. meine alte liegemöglichkeit tut es aber auch noch eine weile😉
        eine gute zeit und bis demnächst
        ahoi
        zuppi

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  1. Zerfall und Erneuerung «

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