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Jerusalem Tag in Berlin

September 8, 2009

1979 erinnere ich noch die Jubelschreie meines linken, antiimperialistischen Umfeldes: “Der Schah ist entmachtet, jetzt wird Revo gemacht,mit den Islamisten werden wir schon fertig.”  Es wurde Revo gemacht,die Islamisten sind mit den Sozen ganz schnell fertig geworden,einige Elendsgestalten jener Zeit können bis zum heutigen Tag im Exil auch hier und heute noch befragt werden.Sie haben meist nichts kapiert, sie schmieden immer noch Bündnisse mit Leuten,die ihnen bei nächster Gelegenheit das Messer in den Rücken rammen werden. Der Zweck heiligt die Mittel, Bündnisse werden auf Zeit geschlossen. So geht politisches Gesindel miteinander und der Bevölkerung (seinem Material) um. Da nehmen sich Sozialisten und Islamisten nicht die Butter vom Brot, man hat voneinander gelernt. Geschichtsmüll der 60/70er Jahre, erfolgreich vorgeführt bis heute vom Mullahregime im Iran.

Jerusalem wird von Christen-,Judentum und den Muslimen religiös-mythologisch aufgeladen. Aktuell teilen sich die drei Weltreligionen den historischen Ort zur Ausübung kirchlicher  Lithurgien. Das Staatsgebiet ist Israel.

Am Samstag,den 12.09.2009, marschiert am Nachmittag schon wieder der Hizbollahfanclub der iranischen Mullahs  zum “Jerusalemtag” durch Berlin-Charlottenburg.

Hierbei geht es aber nicht um ein religiöses Fest,sondern um iranische Machtinteressen im mittleren Osten unter dem Deckmantel schiitischer Religionsausübung.

Letztes Jahr wurde auf der Al-Quds Demo für ein Recht auf Antizionsimus die Werbetrommel gerührt. Ein ideologischer Kampagnenversuch, um an das bestehende antiisraelische Ressentiment in der dt. Bevölkerung anzuküpfen – rund 2/3 der Deutschen halten Israel immerhin für die Hauptgefahr an ihrer Herzensangelgenheit, dem sog.  Weltfrieden. Da möchten die Islamisten gerne anknüpfen.

Auf dem Kurfürstendamm marschierten seit Juni 2009 auch öfters die Unterstützer der iranischen Opposition,an diesem Wochenende werden aber die ideologischen Parteigänger des iranischen Mullahregimes ihr Recht auf die Annektierung Jerusalems mit Hilfe des demokratischen Demonstrationsrechts  einfordern. Antisemiten dürfen per Meinungsfreiheit durch Berlin  marschieren,wollen aber nicht so benannt werden.

Mit dem Al-Quds Tag unterstreicht das Mullahregime seit Ayatollah Khomeini Machtübernahme 1979 seine Nichtanerkennung Israels und die Forderung nach der Tilgung Israels von der Weltkarte – nebenbei wird auch den Christen Jerusalem als heilige Stätte aberkannt,aber die beanspruchen  ja an diesem Ort in Israel keinen eigenen Staat.

Allen denjenigen,die auf eine diplomatische Anerkennung Israels durch Hizbollah,Hamas und letztlich des iranischen Regimes setzen,werden durch die konstituierende Israelverneinung am Beispiel des Al-Quds Tages endlich die Realitäten anerkennen müssen: Mit der iranischen Theokratie wird es keinen Frieden im mittleren Osten geben,das iranische Regime ist auch nicht Teil einer Verhandlungslösung des sog. Nahostkonflikts, sondern Teil der permanenten Kriegserklärung gegen Israel.

Wer bis heute immer noch nicht begriffen hat,dass die einzige wirkliche Opposition gegen das Mullahregime in der Solidarität mit dem israelischen Staat besteht,hat die Funktion des Antisemitismus oder neuerdings Antizionismus nicht begriffen,denn der ist das ideologische Schmiermittel, das Linke, Rechte und Islamisten miteinander vereint. Ziel ist eine Polarisierung in Moderne und Antimoderne, Kalifat gegen Demokratie, sich verheizen lassen für die Wiederkehr des Mahdi gegen das einstmalige individuelle Glücksversprechen der bürgerlichen Demokratie.

In der Feindschaft zur westlichen Demokratie und Israel begegnen sich Steinzeitislamisten und Nationalsozialisten rechter wie linker Ausrichtung. Aber auch die hiesigen Protestverwalter der iranischen Opposition bekommen die Distanzierung vom antizionistischen Credo der islamischen Republik kaum hin.

Für mich war das der Punkt, an dem ich mich von der Unterstützung der Proteste abgewendet habe,sie pflegen zuviele antimoderne Gemeinsamkeiten mit ihren kritisierten islamistischen Führern in Ghom und Teheran. Auf einer meiner letzten Protestteilnahmen intonierte die Menge unter der S-Bahnbrücke am Zoo die sozialistische Parole “Hoch die internationale Solidarität!”, ein böses Omen für die Ideologien,die mir später von den Protestverwaltern zugemutet wurden. Ob die sozialistische Scheisshausparole auf dem Mist des vorhergehenden  Kundgebungsbeitrages von Ulla Jelpke (SED) gewachsen ist, kann möglich sein – immerhin hat diese Frau in den Juniprotesten im Iran das Hauptproblem in einem drohenden Militärschlag der USA (unter Obama) auf den Iran ausgemacht. Der krude Umgang des Regimes mit den Protestlern im Iran verkommt da geradezu zum Nebenwiderspruch. Jürgen Elsässer drückt mit seiner Ahmadinedjad-Soli nur das aus,was die Antiimps eh als Einheitsbrei geschluckt haben: Wo gehobelt wird,da fallen eben auch Spähne.Man ist bereit, fast jeden Preis zu zahlen.

Das ist  eine ideologische Brut, die eher zu bekämpfen als zu unterstützen wäre. Ein Streit unter Antizionisten bleibt das, was er ist,antizionistisch und damit eine Gefahr für Israel und die restliche moderne Zivilisation.

Da gibt es garnichts unterstützendwertes. Zumal kaum bis hierher durchdringt,worin die Gegnerschaft zum Mullahregime eigentlich genau besteht. Ist die Opposition vor Ort im Iran eigentlich eine solide Kraft? Bis hierher raunt sich immer nur eine nibulöse Zivilgesellschaft durch den Filter hiesiger Protestverwalter. Oder noch schlimmer: Märtyrergesummse bis zum erbrechen.

“Allah Hu Aqubar”- Rufe  Oppositioneller irritieren mich da eher, als ob der islamistischen Revolte von 1979 etwas positives abzugewinnen wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall: Dem Scharegime folgte islamistischer Tugendterror bis in die kleinste Hütte und die Hochrüstung zu einer Atommacht steht kurz bevor: Irre Islamisten mit der Hand am roten Knopf,das braucht die Welt sowas von garnicht.

Unterhalb der Forderung nach individueller Freiheit und Demokratie bin ich nicht zu haben,mit Antisemiten gibt es keine Gemeinsamkeiten,weder in Berlin noch in Isfahan.

Am Samstag wird dieser iranisch-islamistische  Aufmarsch nicht ohne öffentliche Gegenposition durch die westliche Berliner City laufen. Am Kurfürstendamm ist eine Gegenkundgebung angemeldet.

Samstag, 12. September 2009
Zeit:  14:00 – 16:00
Ort:  Berlin, Knesebeckstr. / Ecke Kurfürstendamm (Nähe U-Bahnstation Uhlandstrasse)

PS: Demobericht 2009 von dissi, Juden sind in Berlin nun auch polizeilich unerwünscht: Berliner Polizisten verbieten Hebräisch.

PPS: Al-Quds Demo 2008

PPPS: Hintergründe zum Al-Quds Tag in Berlin gibt es bei dissi,das Trauerspiel sog. linker Iransoli kann bei T. Kunstreich nachgelesen werden.

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