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Tarantino und die Nazischlampe

August 2, 2009

Über Quentin Tarantino habe ich mich ja schon letztes Jahr im Rahmen der Berlinale geärgert, seine Elogen auf Leni Riefenstahls Propagandafilme im NS bleiben unerträglich – speziell der Lichtdom hat es ihm angetan. Schon seit einiger Zeit zieht er die Cineasten nur noch über fade Geschichten mit grossen Schauspielernamen in die Kinosessel.  Nun ist auch die Qualitätspresse auf die bizarren Geschmackswertungen des Kill-Bill-Regisseurs aufmerksam geworden: Tarantino begeistert von Nazifilmerin Riefenstahl.  Aber vielleicht entdecken ja die anonymen Nazihartzler auf  PI, bei Keewiiil oder ähnlichen virtuellen Hetzrampen den Amerikaner nun ganz neu für sich selbst. Ihr könnt ihn haben,ich mag sowieso lieber den Wayne Wang

4 Comments leave one →
  1. August 2, 2009 10:43 pm

    riefenstahl als person war vielleicht kein unmensch. ihre filme und vor allem deren bedeutung sind indiskutabel, keine frage.
    tarantinos aussagen sind aber eventuell abhakbar unter “dummheit”, ein weitverbreitetes prädikat unter künstlerInnen, die man eigentlich gerne lieb haben will, z.b. mein ex-idol trent reznor (nine inch nails) dank seiner unsäglichen palituchtragenden revolutions- und weltuntergangsphantasien mit seinem album “year zero” und seinen texten vs. “the chosen ones” (“god given”). das war der einzige zeitpunkt, wo ich ihm, dem inzwischen ultra-cleanen muskelmann, gerne koks und alk zurück an den hals gewünscht hätte. denn irgendwie war er trotz permanenter suizidalität nie so hässlich wie 2007.
    aber er trat dann auch erstmals in tel aviv auf und ich würde auch tarantino verzeihen für seinen riefenstahl-shit, denn immerhin startet hier ein film, der sich inhaltlich um die beschaffung von nazi-skalps durch eine charismatische, amerikanisch-jüdische geheimgruppe dreht. eine erfrischende und gerechte motivation für ein blutiges gewalt-vehikel, eine absage gegen distanziertes humanismus-hollywood oder schlimmer noch deutsches kino wie “sophie scholl” oder “der untergang”, der in deutschen volkskomparsen nur unterdrückte opfer eines übermächtigen regimes sehen wollte.
    let’s kill some nazis. ich werde im kino klatschen.

    • August 3, 2009 11:09 pm

      Er hat ja seine Elogen auf das Idol oft widerholt. Er hatte viel Zeit,sich hier in Berlin während der Dreharbeiten ein Bild vom Kinostandort Berlin 1933-45 zu machen. Das er dann nur dummes Zeug dann von sich gibt,hat mir den regisseur T. völlig verleidet.
      Auf der Berlinale habe ich in den letzten Jahren überhaupt fast nur dummes Zeug mitgekrieg – dieser Kosslick ist ein wahres Inferno – und sie interessiert mich fürderhin nicht mehr. Iich hoffe,der dt. Filmmarkt wird mit Bollywood und Chinamüll zugeschissen.
      Zu Trent R.: Bei Musik schaffe ich es meistens,die Ideologie vom Urheber des Kunstwerkes abzuspalten – es sei denn,es wird Müllideologie im Text verbraten,wie z.B. bei Ska-P mit “Intifada”. Und am Beispiel Quetschenpaua konnte man ja auch noch auf Diskussionsprozesse und Weiterentwicklung der Erkenntnis hoffen.
      Was den aktuellen Streifen von T. angeht: Ich bin gespannt,wie er das Thema inszeniert,wahre tiefgreifende Aussagen über die Nazihunter erwarte ich nach diesen Sympathiebekundugungen für faschistische Propaganda-Ästhetik aber nicht. Aber er ist in illustrer Gesellschaft mit Siegried+Roy und Uschi Glas – die der Leni zum 90. Geburtstag noch Blumen brachte,nachdem sie bei der Woche der Brüderlichkeit Mitgefühl mit den Juden demonstrierte.
      Ob der Mann mich noch gut unterhält,wird die Zukunft weisen. Ich wäre aber auch nicht unglücklich,wenn er sich mit seiner Kohle in die Highlands verpisst,meinen Nerven würde das wohl gut tun.
      Als wenn man mit den hiesigen Nazifans nicht schon genug zu tun hätte.Müssen da ausgerechnet noch bekiffte,besoffene Koksnasen aus Amiland einem das Lebenzusätzlich schwer machen?

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