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Erstes Wochenendgedöns im Juni

June 6, 2009
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Beim gestrigen Nachhauseweg kam ich über das Savignyplatzfest,eine gute Jazzkommbo hat mich auf der Knesebeckstrasse aus der tristen Arbeitswoche heraus ins Wochenende geholt. Bei meinem Bücherdealer habe ich mir etwas Lesestoff für das Wochenende besorgt. Zur Geschichte Griechenlands fiel mir beim Antiquar ein Suhrkamp-Bändchen aus 1969 mit interessanten Aufsätzen  in die Hände: “Die verhinderte Demokratie: Modell Griechneland”,Hg. von Marios Nikolinakos und Kostas Nikolaou. Von Wilhelm Röpke, dem Nationalökonomen aus Genf,  habe ich noch einen Band aus 1942 ausgegraben: ” Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart” – etwas stockfleckig,aber sonst gut erhalten. Ausserdem schmöker ich täglich im Briefwechsel zwischen Adorno und Siegfried Kracauer, das  Benno Ohnesorg-Buch von Uwe Timm habe ich auch bald durch.

piraten logo

Die Wahlen zum EU-Parlament stehen vor der Türe. Aus Berlin kandidieren die mir bekannten Herren Zeller (CDU) und Cramer (GRÜNE). Die SPD schickt ein fleissiges Lieschen seit vielen Jahren ins Rennen. Die FDP möchte Frau Rechtsanwältin Thein nun  aus ihrer Notariatskanzlei in Richtung Brüssel befreien. Wen die Linkspartei oder die NPD/DVU/REP aufstellen, interessiert mich nicht. Als nerdverdächtiger Internetnutzer liebäugelt mein inneres Wahlzentrum  nunmehr mit der Piratenparte (Mit Deiner Unterschrift in den Bundestag!) – Dissi hat seine Überlegungen dazu in eine interessante Geschichte über freundschaftliche, metropolitane Debattenkultur verpackt. Für den Fortbestand Israels setzt sich leider keine der vorbenannten Parteien ein und mich beschleicht die Erkenntnis: Die gesamte EU- Nomenklatura  schert sich einen Scheissdreck um den Judenstaat – für mehr als Verhandlungsmasse im Schacher um Interessen scheint kein Platz  in den Köpfen der Politiker zu  sein. Man merkt,die EU bringt alles in Anschlag,um sich gegen die USA zu positionieren,die Achse weist in Richtung Moskau-Peking-Teheran. Viele Demokraten scheinen damit kein Problem zu haben. Wie ich den Lütten in zehn Jahren diese perfide Strategie ohne Zynismus erläutern könnte,weiss ich  heute leider noch nicht.

Letztens zum ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom  habe ich mich noch über die Undankbarkeit der Amtskirchenchristen zum 60. Jahrestag des GG aufgeregt – dem Herren in der Höhe wurde gedankt,den Alliierten für den hohen Blutzoll bis 1945 eben nicht.  Ob der Ex-regiernde Ritchie von Weizsäcker,die Göring Eckhardt oder die oberen Würdenträger von Katholizismus oder Protestantentum, nur Metaphysik überall. Und Angie sass mit ihrer Regierungsmischpoke in der ersten Reihe, sie hat das wohl über sich ergehen lassen als Pfarrerstochter.

Nun hat Angie im Rahmen der Obama-Stipvisite in Dresden und dem KZ-Buchenwald doch dankbare Worte zumindest für die USA gefunden – sie wollte wohl nur abwarten, bis ihre Dankesworte direkt ins Ohr des Präsidenten gelangen. So denke ich mir das jedenfalls zurecht.

Angies Glanz bekam gestern Nachmittag einige Kratzer: Ein mir bekannter Achtundsechziger will seit Jahren seine StaSi-Akte einsehen – er wurde seit seinem 11. Lebensjahr als Westberliner von Horch&Guck überwacht. Grund: Er hat seiner aus der Ostzone herübergemachten Tante gegen Ende der Fünfziger die Türe geöffnet. Seine Akte wurde zur Zeit der de Maiziere-Regierung – der ersten frei gewählten Volkskammer-Regierung – mit dessen Segen vernichtet. Angie war damals Regierungssprecherin und hat diese Politik nach aussen verkauft. Angie,mir graut ja auch  immer mehr vor dir.

references:
EU-Wahl Analysen von Zettel + Dissi in Berlin

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