Skip to content

old school music und Leichenfledderei

May 21, 2009

Der Frühling ist voll im Gang und ich bin wieder von New Orleans begeistert, oder besser gesagt von den Musikerzeugnissen aus dieser Stadt.Allan Touissant, ein Urgestein an Mic und Piano, hat gestern  Elvis Castello zu einer Jam getroffen,”Ascension Day” wurde improvisiert. Das hochwertige  mp3- Stück ist über npr-Blog durch Patrick Jarenwattananon als Stream hier anzuhören (mit downloadhelper kann das Teil auf der HD verewigt werden) und meine Bootlegsammlung erweitert sich.

In den letzten Wochen tat sich recht wenig berichtenswertes. Vor meinem Urlaub ist noch viel auf der Arbeit zu erledigen,erst ab Mitte Juni wird es gemächlicher zugehen.

Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hat sich nicht ohne Widerspruch auf der immer peinlicher werdenden  “Achse” für Demjanjuk als Opfer des Stalinismus  (und Täter der NS-Regimes) verwendet. Ihr Blick auf den Lebensweg des Schlächters fiel durch eine gewisse  Ausführlichkeit auf, sie begegnet der Kritik von Schickora et al nur indirekt in einem Satz, der als kleinlauter Rückzug deutbar wäre. Ihr Kamof gegen linke political correctness  könnte als überwertige Idee abgetan werden, ihre ideologischen Verknüpfungen im Kampf gegen das Vergessen der Opfer des Stalinismus befremden mich nur.  Die Empathie für NS-Mörder  und die Geschichtswahrnehmung des 3. Reiches dieser Frau sind einfach nur bizarr – auf dem Buckel von Millionen Naziopfern kühlen sich ja in unseren Breiten so Einige ihr Mütchen.  Die Holocaustleugner sind schon eine ekelhafte und widerliche Mischpoke., wer NS-Täter des Vernichtungsfeldzuges  zu Opfern umlügt, steht für mich in der selben Reihe der Leichenfledderei.Die Technik totalitärer Herrschaftssysteme befreit die Täter nicht von ihrer Verantwortung.  Ich hoffe, Frau Lengsfeld verschont die Welt zukünftig mit ihren küchenpsychologischen Totalitarismushypothesen und sie kümmert sich vielleicht mehr um die MfS-Gedenkstätte in Berlin Hohenschönhausen – hoffentlich ohne die Nazifolie chronisch aus ihrer Handtasche zaubern zu müssen.

PS 1: Mir wird nun etwas klarer,was salty seinerzeit meinte,als er die DDR-Bürgerrechtler bezüglich deren NS-Wahrnehmung kritisch beäugte ;)    (aber: Biermann ist nicht Lengsfeld)
PS 2: Che versucht es auch noch einmal – Was ist “links”?
PS 3: Jan Fleischhauer: Unter Linken – Von einem, der aus Versehen konservativ wurde

2 Comments leave one →
  1. May 21, 2009 1:14 pm

    Sie sieht nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart durch eine äußerst krude ideologische Brille. Siehe etwa diesen (etwas älteren) Post:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/glatzen_gegen_aufschwung_ost/

    Man lerne: Es gibt eigentlich keinen Rechtsextremismus. Wenn doch, dann ist er vom Verfassungsschutz inszeniert oder die armen rechtsextremen Täter sind doch auch nur Opfer der Arbeitslosigkeit, welche wiederum durch hohe Steuern in Folge von den gigantischen Kosten für Programme gegen Rechtsextremismus verursacht wird.

  2. May 21, 2009 3:08 pm

    Nazis als Standortnachteil (im Osten) sind ja mittlerweile common sense. Die Gewalttaten, das Einschüchterungsklima und die Bekämpfung alles “Undeutschen” seit der Wende kulminieren in dieser schwachen Weisheit der politischen Mitte. Die Opfer dieses Strassenmobs,der mittlerweile in den Gartenlauben, Sportvereinen und Kreistagen angekommen ist, werden so alleine gelassen und geradezu ausgelacht. Solange der Mediendjungel kein Auge darauf geworfen hatte,war ja alles in Butter. Jetzt wird die feststellende Botschaft und das Image der Kommunen zum Hauptproblem auserkoren.

    Vera Lengsfelds Polemik gegen Minister Tiefensee im o.g. Artikel blendet diese alltäglichen Strassenerfahrungen natürlich aus. Ob Tiefensee den Antifaschismus in 2007 als Kaschierung einer verfehlten Wirtschaftspolitik der grossen Koalition benötigte,darüber kann man streiten. Ob sich die über Jahre manifestierte NS-Ideologie im Osten durch eine liberalere Wirtschaftspolitik so einfach erledigt,bliebe zu beweisen.

    Natürlich ist es eine demokratische Armseeligkeit, dass der Kampf gegen den Rechtsextremismus nur mit Staatsknete aufrecht erhalten bleibt – aber dieser Kampf geht Frau Lengsfeld sowieso am Arsch vorbei. Denn Nazis sind für die DDR-Bürgerrechtlerin ja auch doppelte Opfer: Des DDR-Staatssozialismus und der imaginierten linken Meinungshegemonie in der BRD. Das stellt sie für diese Frau dann wohl automatisch unter Naturschutz – frau ist ja anti-pc und die eigene Opferrolle bleibt so auch zementiert.

    Ich kann diese Ideologeme der Frau Lengsfeld nur als solche aufnehmen. Ihr Erklärungsgehalt ist dürftig und ihre Dämonen sind nicht meine. Über den Faschismus gestern und heute kann die Frau nichts nennenswertes beitragen,sie sollte dann besser dazu schweigen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: