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Tag der Befreiung

May 10, 2009

Gestern war ja der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Alliierten. Noch einmal ein Dankeschön an die Befreier – es hat zwar ein paar Jährchen gedauert,bis sich alle einig waren,wo der Feind zu bekämpfen war,aber entscheidend ist,was hinten heraus kam – eine demokratisch auf den Weg gebrachte BRD mit Westanbindung und eine nationalsozialistische DDR in stalinistischer Ausprägung. Das Zaudern der Westalliierten und der Hitler-Stalin-Pakt haben Polen und der Tschechei herbe Verluste eingebracht  und die Shoah erst so richtig in Gang gebracht. Das sind auch Eintrübungen der reinen Freude.

Auch die Frage,wer sich eigentlich befreit fühlen konnte oder durfte,scheint bis heute nicht klar beantwortbar zu sein. Da ist die Befreiung der KZ-Überlebenden noch am klarsten zu benennen. Sinnig scheint eine prozesshafte Sichtweise der Abfolgen von historischen Erscheinungen und die Herausarbeitung von immer wiederkehrenden ideologischen Kontinuitäten, die  meist als politjournalistische Kampagnen bemerkbar sind.

Der nachhaltige Umgang mit Nazischergen und dem Antisemitismus war kläglich,die Saat aus Pogromstimmung und Autoritätsgläubigkeit konnte nicht gestoppt sondern nur eingegrenzt werden.  Hier gibt es noch einiges zu tun. Und die Herausbildung des Ost-West-Konfliktes hatte einen breiten Anteil daran, Antikommunismus war schliesslich auch für die NS-Gläubigen eine Haltung,die herüber gerettet werden konnte – dass Antikommunismus untrennbar mit dem Antisemitismus verknüpft war,wurde billigend von den Westalliierten und den Vätern des GG in Kauf genommen. Die SU hat die Teilung Deutschlands mit Stalinismus betrieben,der dem NS-Regime an Grausamkeit kaum unterlegen war – hier erfährt die SU-Befreiungsideologie ihren unwiederbringlichen Dämpfer.

Die Spanier hatten weniger Glück,sie mussten mit ihrem Faschoführer Franco bis in die 70er des letzten Jahrhunderts klarkommen,in Portugal ging es bis dahin auch sehr autoritär zu. Nicht zu vergessen ist auch die Obristenherrschaft im Griechenland der sechziger- und siebziger Jahre – die hat Zypern die türkische Besetzung und daran anschliessend die  Teilung eingebracht.  Heute ist die ex-SU politisch auf dem Rückzug, das demokratische Europa auf dem Vormarsch. Baltische und slawische Republiken sind zu echten Demokratien transformiert. Sorge bereiten heute allerdings noch der Balkan und die Anrainerstaaten Russlands,die dem Sog der sog. ” gelenkten Demokratie” Moskaus stark ausgesetzt sind. Es bleibt also noch viel zu tun.

PS: Heute ist ja auch noch dieser unseelige Muttertag,der ist vom NS-Mutterkreuz als Restbestand übrig geblieben. Darum begehe ich den auch nicht. Ich liebe oder hasse meine Alten ganz unabhängig von den Mutterkreuzlern.

Mehr vom Ludwig Hirsch gibt es hier,ich empfehle die Geschichte vom Dorftrottel.

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