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Oktober 2008

November 1, 2008
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Der Oktober ist zu Ende, Zeit für ein paar herbstliche Gedanken.

Die Entwicklungen zur Wiedervereinigung auf Zypern gehen auch nach meinem letzten Besuch nur schleppend voran, ich könnte durch meine Ungeduld fast noch zum Anarchisten werden. In Berlin hat sich währenddessen Leo Cohen in der O2-Arena blicken lassen – es wurde kolportiert, er müsse wegen der teuren Scheidung von seiner Herz-Dame wieder mehr Geld verdienen. Dabei sein konnte ich ja wegen Zypern nicht – ein paar Wochen vorher in der Waldbühne wäre meine Möglichkeit gewesen, Cohen ist open-air ein unschlagbares musikalisches Erlebnis und seine literarische Poesie ist auch chronisch unterbewertet.

Ein paar Tage später war Zuppi in die Zeit seines Kinderkörbchens zurückversetzt, Joan Baez erhob ihre unverwechselbare Stimme im Tempodrom – ich war um einige Jahrzehnte zeitlich entrückt und heftig romantisiert.

Die Schuldenkrise hat sich schon lange angekündigt, Kapitalismusschelte wurde geübt: Zunächst noch unmerklich zum Preis einer Zigarettenschachtel am Beispiel der KfW, im Oktober ging es dann schon um 800 Mrd€,die der Staat zusätzlich zur Verfügung stellen muss, damit es weiter gehen kann wie bisher. Während Linke wie Rechte gegen Heuschrecken, Finanzkapital (hat hier jemand Judenrufe gehört?),hohe Managergehälter, Boni und für mehr Staatsinterventionismus polemisieren, ist die liberale Haltung etwas unter Druck gekommen: Die Liberalen versuchen die Schuldenkrise als Staatsversagen abzuleiten, weil staatliche Lenkungen hin zu faulen Geschäften mit insolventen Schuldnern eben nur Pleiten erbringen können, ergo sollte sich der Staat dabei heraushalten und diese Entscheidungen dem Markt überlassen.

Das iranische Mullahregime erfreut sich weiterhin grösster Beliebtheit – die Elogen auf der Berlinale im Frühjahr waren wohl nur die kulturelle Spitze des in die gesellschaftliche Tiefe reichenden Eisberges: Von Siegener Hi-Tech bis zur Wiener und Freiburger Uni wird das westliche Leichentuch des Dialogs mit den Massenmördern und Feinden der Freiheit in Teheran fleissigst übergelegt. Israel ist dadurch  tatsächlich in seiner Existenz bedroht, old-europe und speziell die Deutschen  haben mit ihrer “Dialogfähigkeit” aber schon längst Harakiri begangen – mit notorischer Krämerseele ist das nicht hinreichend charakterisiert, das geht tiefer. Vielleicht helfen ja Gideons Überlegungen über den Zustand der dekonstruierenden Geistes- und Sozialwissenschaften weiter: Teil  I , II .

Der Monat endete auch mit musikalischer Begleitung. Gestern hat der DJ Krush aus Japan die Plattenteller in der Maria gedreht – irgendwann in den späten Neunzigern wurde sein Musikstil als TripHop verschubladet und Hornbrillenmädchen tanzten selbst im Roten Salon nach seinen Rhythmen.

Der November startet viel versprechend. Heute Abend werden Egotronic mit grossem Support den Festsaal Kreuzberg rocken.

goodbeye october,hello november😉

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