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Nobelpreise für excellente Hermeneutiker?

October 10, 2008

So richtig konnte ich mich in den letzten Jahren nur über die Preisverleihung an Orhan Pamuk freuen,sein Buch “Snow” habe ich gleich mehrmals verschlungen – vielleicht rührte die Freude auch daher,dass eine biographische Erfahrungslücke bei mir durch das Buch sehr eingänglich gechlossen wurde: Was erlebte wohl ein türkische Migrant in den achtziger Jahren zwischen Hessen und dem Berg Ararat? Ich will mich über den französischen Literaturpreisträger nicht tiefer auslassen. Anno 2008 einen ziviliastionsfeindlichen, französischen Fan für indigene Bevölkerungsgruppen entlegener Lokationen und Autorenfeigenblatt für Afrika auszuzeichnen, charakterisiert den realitätsfernen, oligophrenen Geisteszustand der verantwortlichen Intellektuellen der Schwedischen Akademie – übrigens ein Landstrich ,der sich bisher nur durch hervorragende Metal-Bands einen Namen machen konnte.

Noch negresquer sind immer wieder die Friedenspreis-Auslobungen der vom norwegischen Parlament bestimmten Nobelpreiskomission, hier ist weder die westliche Aufklärung noch die Freiheit Patin der Auslobungspolitik,hier zelebriert sich old-europe in seiner ideologisch ekelhaftesten Reinkultur – das Stockholmer Literaturkomitee und die parlamentarischen Friedensfürsten in Norwegen sind in dieser Hinsicht aus einem antimodernen Guss. Daniel Schikora wendet ganz berechtigt ein: Im Geiste Yassir Arafats: Genozid an Kosovo-Serben friedensnobelpreiswürdig. Mord und Totschlag als hochkulturelles Event. Vor der Bekanntgabe der friedensbesoffenen Peacenicks hatte Anaximander die kecke aber garnicht weltfremde Vermutung geäussert, Präsi Matschdattel aus Teheran könnte zur Friedenstaube 2008 gewählt werden,es wurde dann aber doch nur der heute 71 jährige finnische Unterhändler für die von der EU favorisierten Separatisten auf dem Balkan. Joschka Fische kreischte “Auschwitz,Auschwitz” und liess Serbien versaften, der Diplomat aus dem ganz hohem Norden war der Emissär und ein paar Jahre später gibt es eine Million und eine honorige Urkunde unter dem schützenden Blick einer ehemaligen Hostesse,die jetzt Durchlaucht gerufen wird. Absurdistan pur.

Ich möchte zur Assoziation Alfred Nobel mit Dynamit noch ein Bon-Mot von Andreas Rebers los werden:

“Das Problem sind nicht Schiiten,Suniten,Aleviten oder Haschemiten. Das Problem sind Dynamiten.” (Diese Dynamiten bekämpft Rebers übrigens recht ironisch amüsant mit Schifferklavier und Volksmusik)

Ach,was rege mich fast jedes Jahr aufs Neue über diese maroden Kultuschnepfen auf,ich kann diese Leute eh nicht Ernst nehmen. Sie wirken fast ausnahmslos an der Pervertierung der Literatur und des Friedensbegriffs mit. Ob sich der Erblasser Olle Alfred diese Entwicklungen wohl so vorgestellt hat?

PS: Nächste Woche geht die Frankfurter Buchmesse wieder los – noch so ein scheiss “old europe” Kulturevent. Ich schau mich da auch ‘mal wieder um.

References:
Le Clézio in den Feuilletons
Jean-Marie-Gustave Clézio Rezensionen
Nobelpreis für Literatur für Jean-Marie Le Clézio
Wer erhält den Nobelpreis für Literatur?

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