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Gerhard Stapelfeldt – Wurzeln des Liberalismus

July 30, 2008

Die Aufrollung eines in der Linken gehassten Begriffs. Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt lehrt Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg, er hat sich neben dem Merkantilismus auch mit dem Liberalismus befasst. Einer Lektüre aktueller,wirtschaftswissenschaftlicher Texte zum Gegenstand des Liberalismus würde ich dieses Buch zum Einlesen in die historischen Entwicklungen vorschlagen.

Der Liberalismus: Die Gesellschaftstheorien von Smith, Ricardo und Marx

2006, 522 Seiten, 29 €, ISBN; 3-924627-78-9

Die vorliegende Schrift ist die zweite einer Reihe über die Epochen der bürgerlichen Ökonomie, deren Ziel es ist, das System der bürgerlichen Ökonomie und dessen Geschichte historisch-genetisch darzustellen. Der Liberalismus stellt die erste Epoche dar, in der die bürgerliche Gesellschaft nicht länger nur in der Form der Geselligkeit des Hauses wie in der Renaissance oder in der Form der politischen Gesellschaft wie in der Epoche des Merkantilismus und Absolutismus existiert, sondern als Gesellschaft verselbständigt ist.

Diese Verselbständigung erfolgt in der Form der Ausdifferenzierung des „Tauschwertes“ (Adam Smith). Auf diese Weise wird die bürgerliche Ökonomie zum ersten Male zu einem sich reproduzierenden System, das zu seiner Existenz keiner nicht-kapitalistischer Weltregionen mehr bedarf: zu einem Weltsystem.

Die Darstellung wendet sich sowohl gegen die instrumen­talistische Lesart der klassischen Politischen Ökonomie durch die Sozialwissenschaften als auch gegen die Verkürzung dieser klassischen Gesellschaftstheorie auf eine Fachwissenschaft durch die Wirtschaftswissenschaften.

Im Mittelpunkt steht die kritische Diskussion der Politischen Ökonomie – der Gesellschaftstheorie – Adam Smith’s, in der der liberale Kapitalismus zuerst expliziert worden ist, und die Fortentwicklung der liberalen Wissenschaft der Politischen Ökonomie durch David Ricardo. Dabei zeigt sich, daß der Liberalismus sein Selbstbewußtsein erst durch die Kritik erlangt – weshalb ausführlich auf die Marxsche Kritik an Adam Smith, David Ricardo und Samuel Bailey eingegangen wird. Dabei steht naturgemäß die Werttheorie im Mittelpunkt, an deren sachliche Tragweite in diesem Buch erinnert wird: das prekäre Verhältnis von liberaler Utopie und realer Fortdauer der Gewaltgeschichte.

Von Gerhard Stapefeldt erschien bereits: Der Merkantilismus – Die Genese der Weltgesellschaft von 16. bis 18. Jahrhundert (2001). Der dritte Band Der Imperialismus ist in Vorbereitung – erschien dann allerdings unter der Rubrik Politik & Soziologie – KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie im Kovac-Verlag:: Der Imperialismus – Krise und Krieg 1870/73 bis 1918/29
Erster Band: Politische Ökonomie

Zweiter Band:: Anthropologie und Rationalität

references:
Scholastik und WiWi °

3 Comments leave one →
  1. Karl Kraut permalink
    April 14, 2009 11:43 am

    ‘The Adam Smith Myth’ von Murray N. Rothbard wäre dazu auch ziemlich hilfreich; Adam Smith wird völlig überschätzt.

    “For the problem is not simply that Smith was not the founder of economics.
    The problem is that he originated nothing that was true, and that whatever he originated was wrong; that, even in an age that had fewer citations or footnotes than our own, Adam Smith was a shameless plagiarist, acknowledging little or nothing and stealing large chunks, for example, from Cantillon.”

    (…)

    For Smith not only contributed nothing of value to economic thought; his economics was a grave deterioration from his predecessors: from Cantillon, from Turgot, from his teacher Hutcheson, from the Spanish scholastics, even oddly enough from his own previous works, such as the Lectures on Jurisprudence (unpublished, 1762–63, 1766) and the Theory of Moral Sentiments (1759).

    usw.

    http://www.lewrockwell.com/rothbard/rothbard104.html

  2. April 14, 2009 8:09 pm

    Merci für das Anbringen der libertären Kritik von Mr. Rothbard an A.Smith😉

Trackbacks

  1. Liberalismus freundlich erklärt « Raumzeit

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