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Budapest: Massive Angriffe auf CSD

July 6, 2008
Lisa László 06.07.2008 01:23 Themen: Gender Weltweit

In Ungarn ist es zu massiven Ausschreitungen gegen den CSD gekommen. Die Gegendemonstranten lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mindestens acht Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Beamte, sagten Rettungsdienste und die Polizei. Wenige Tage vor dem CSD Budapest hatten Unbekannte zwei Anschläge auf eine schwule Sauna verübt, während Rechtsradikale im Internet zum Protest aufriefen.

Gegenproteste mehrerer ultrarechter Gruppen
Nach Bulgarien und Tschechien ( http://de.indymedia.org/2008/06/220983.shtml) ist es nun auch bei der Schwulenparade in der ungarischen Hauptstadt Budapest zu Gewalt gekommen. Im Juni gab es Irritationen, als die Polizei den CSD erstmals seit dem Ende des Kommunismus verboten hatte, angeblich wegen des hohen Verkehrsaufkommens ( http://de.indymedia.org/2008/06/219753.shtml). Nach Protesten aus dem In- und Ausland zog sie das Verbot am nächsten Tag allerdings zurück. Im Internet hatten Rechtsradikale zu Protesten während der Parade aufgerufen. Die rechtsextremen Aktivisten György Budaházy und László Toroczkai forderten von “ungarischen Patrioten” Härte: “Wir werden es nicht tolerieren, dass ausländische Perverse jeglicher Hautfarbe ihre ausländische und kranke Welt nach Ungarn bringen”, schreiben sie. Die Gruppe Rendszerváltó Fórum (“Forum für eine Systemveränderung”) hatte neben anderen Gruppen und Privatpersonen die Erlaubnis erhalten, am Samstag gegen den CSD zu protestieren.

Anschläge auf schwule Einrichtungen

Polizeisprecherin Éva Tafferner erklärte im Vorfeld, die Beamten würden alles tun, um die Demonstranten von den CSD-Teilnehmern fern zu halten. Am Mittwochmorgen war zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ein Brandanschlag auf die schwule Sauna “Magnum” in Budapest verübt worden. Unbekannte warfen insgesamt vier Molotow-Cocktails. Ein Gast erlitt dabei eine leichte Rauchvergiftung. Der Anschlag war zuvor telefonisch angekündigt worden. Am vergangenen Freitag war ein Molotow-Cocktail gegen die “Action-Bar” geworfen worden. Gábor Kuszing, CSD-Organisator “Wir glauben nicht daran, dass die Behörden schwul-lesbische Einrichtungen schützen können, wie sie es versprochen haben” Ungarn gehört zu Ländern des ehemaligen Ostblocks, die sind beim Thema Homo-Rechte als eher liberal gelten. So verabschiedete der EU-Staat als drittes postkommunistisches Land nach Tschechien und Slowenien die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften. Das Gesetz soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Auch dagegen richteten sich die Demonstrationen von heute.

Eier, Steine, Flaschen und Molotowcocktails

Die 1500 Teilnehmer des “Marschs der Würde” wurden mit Eiern, Flaschen und Steinen beworfen, Beamte, die den Umzug der Schwulen und Lesben schützen sollten wurden auch mit Brandsätzen angegriffen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Randalierer zu zerstreuen, von denen viele rechten ultranationalistischen Gruppen angehörten. 45 Personen wurden festgenommen. Zwei Polizisten erlitten bei den Krawallen, neben 6 anderen Menschen Verletzungen, wie Polizeisprecherin Éva Tafferner mitteilte. Ein Polizeiwagen wurde in Brand gesetzt und brannte aus. Die Rechtsextremen griffen zudem einen Streifenwagen an, in dem die europäische Abgeordnete Katalin Levai saß. Sie warfen einen Stein durch die Fensterscheibe. Die Menschenrechtlerin wurde nicht verletzt. “Es ist beschämend, dass es auch noch fast 20 Jahre nach der Wende eine solche Intoleranz gibt”, sagte die sozialistische Abgeordnete.

Ungarische Garde feiert „Tag des heterosexuellen Stolzes“

Am Donnerstag waren im Internet Anleitungen zu lesen, wie man ausgeblasene Eier mit Farbe füllt und als Wurfgeschosse gebraucht. Die rechte Oppositionspartei Fidesz, die nach Meinungsumfragen derzeit jede Wahl gewinnen würde, aber auch Teile des Klerus und viele rechte Meinungsbildner distanzieren sich oft nicht von den radikalen Gruppen. Die paramilitärische Ungarische Garde marschierte erst kürzlich ungehindert durch Dörfer mit hohem Roma-Anteil. Zuletzt hatte die Garde auch schwulenfeindliche Kundgebungen abgehalten. Anfang Juni beging die Gruppe sogar einen “Tag des heterosexuellen Stolzes”. Der Politiker Gabor Horn, Präsidiumsmitglied des liberalen Bundes Freier Demokraten (SZDSZ), wurde beim Verlassen des Schauplatzes nach eigenen Angaben von Neonazis bespuckt, geohrfeigt und mit Bier übergossen. Die Gay-Pride-Parade findet in Budapest seit zwölf Jahren statt. Im Vorjahr war es erstmals zu stärkeren Übergriffen durch Rechtsextremisten gekommen. Diesmal hatten sich mehrere hundert Gegendemonstranten entlang der Paradestrecke versammelt. Das Konzert einer Jazz-Sängerin, das den Umzug hätte beenden sollen, wurde wegen der Ausschreitungen kurzfristig abgesagt

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