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Haustiere als Weggefährten

June 5, 2008

Daniel trauert um sein kürzlich verstorbenes Dogilein.

Ich möchte jetzt nicht von Haustieren als Ersatz für menschlichen Kontakt oder gar der Soziopathie reden,sondern über die positiven Erinnerungen und die Bindungen,die Entstehen,wenn ein Haustier als Wegbegleiter eines bestimmten Lebensabschnitts gilt.

In meiner Kindheit waren das z.B. Hamster,Meeschweine,so Kleinvieh eben.Später spielten Hündinnen eine Rolle,zwei Schäferhündinnen durfte ich miterleben,wohl erzogen mit Stammbaum und allem PiPaPo,aber leider waren sie am Herzen etwas schwach,sie starben relativ jung.Aber die Jahre mit diesen Tieren waren reich an Erfahrungen.Neben dem Sicherheitsaspekt,kein Mensch kam unregsistriert an unsere Wohnung,den Kühlschrank und den Haussafe heran, kam die unerklärliche Einschätzung von Menschen hinzu .Diejenigen,die von den Hündinnen nicht gelitten waren,taugten wohl auch sonst nicht viel.Das tägliche Umsorgen des Tieres,die regelmässigen Aufenthalte im Freien,das Dabeisein in allen Lebenslagen.Das waren stark verbindende Erfahrungen und das Ableben dieser Wesen hinterliess Leerstellen,die nicht einfach hinzunehmen waren,fast alle Phasen der Trauer durchlebte ich dann,es war immer schmerzvoll – genauso wie beim Verlust von geliebten Menschen,nur eben kürzer im Verlauf.In meiner Hippiezeit bedeutete dies:Erhöhter Graskonsum und relativ gering ausgeprägte soziale Kompetenz,Zuppi trauerte eben so

Das letzte Haustier,das ich verabschiedet habe,war vor zwei Jahren meine Katze,sie hat mich in meinem Erwachsenwerden schon als Babykatze begleitet, sie ist in der Jackentasche mit mir U-Bahn gefahren und hat viele Umzüge in der Frontstadt mitgemacht,sie liebte Baugerüste und war ein sehr autonomes Wesen- es war nicht immer eitler Sonnenschein zwischen uns,Katzen jagen bringt übrigens überhaupt nichts,sie sind immer schneller: In einer Anwandlung zerrupfte sie mit ihren Krallen meine aus Indien mit gebrachten Läufer bis zur Unbrauchbarkeit.Ich war wütend und das Tier,ganz Dame,zog sich unter die Badewanne zurück.Nach zwei Stunden kühlte sich das Gemüth etwas ab und das Tier kam wieder heraus aus seinem Bunker.Es waren doch nur Teppiche.Danach hat sie nur noch den Kratzbaum benutzt.Das Ende war sehr unschön,abgemagert und entkräftet kämpfte sie sich die letzten Tage durch die Wohnung,die Entscheidung,zur Tierärztin zu gehen und das Tier zu erlösen viel nicht leicht – eine irrationale Hoffnung auf Heilung des 19 Jahre alten Tieres hielt mich immer wieder davon ab. Ich habe nach dieser Injektion über 2 Wochen immer wieder Heulkrämpfe bekommen,der unwiederbringliche Verlust schmerzte sehr. Sie liegt nun in Tempelhof auf einem Tierfriedhof,anfangs war ich jede Woche dort,nun sind es eher Monate,die Grabstelle wird ja betreut.Ich habe von da an beschlossen,kein Haustier mehr anzunehmen,als Gast oder Untermieter für begrenzte Zeit helfe ich gelegentlich guten Bekannten aus,aber nicht mehr über die Gebühr oder gar lebenslang.

Ich kann nur sagen,diese Schmerzgefühle lassen auch wieder nach und jeder gestaltet diese Zeit anders,ich komme beispielsweise mittlerweile ohne fragwürdige Substanzen oder Alkohol da hindurch.Ich habe die Gewissheit,ich kann das ganze Elend sowieso nur mit mir selbst ausmachen,daran geht kein Weg vorbei.Eine verständige Umwelt ist dabei auch sehr hilfreich und mit seinen Lieben teilt man ja sowieso alles.

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