peep
peepDas war ein merkwürdiger Donnerstag letzte Woche. Zuerst die Lichterkette der Opposotion für einen demokratischen Iran am Breitscheidplatz mit netter und kurzweiliger Unterhaltung. Auf dem Heimweg eröffnet mir der Kebabhändler,MJ ist gestorben. Als Splatterfan war ich damals vom Thriller-Video sehr angetan,Zombies bewegen sich wie Tillergirls nach Jackos Popmusik,ein grossartiger Einfall.
Michael Jackson – Thriller (Full version, 13 min)
ich war ja gestern auf meiner zweiten irandemo in berlin in diesem jahr, die crowd wird vielschichtiger in ihren forderungen und bleibt nicht nur ein fanclub für mussavi. das war eine gute erfahrung, demokratischer work in progress live miterlebt. nach der demo bin ich noch mit einer gruppe iraner essen gegangen und der ausklang des abends fand in schöneberg seinen platz. beeindruckt hat mich eine frau, die sich weder für mussavi noch für matschdattel bei der wahl 09 aussprechen wollte, sie hat sich an der wahl dann folgerichtig nicht beteiligt. dieses nichtwählen wird ihr nun von iranischen kollegen täglich aufs brot geschmiert (schlechte iranerin) und die wirkung auf die frau hat etwas von mobbing. ich kann mir nun ansatzweise vorstellen,wie schwierig die situation für säkulare iranerinnen schon unter den eigenen landsleuten ist. das verbreitete ressentiment vieler nicht iraner gegen iraner tut sein übriges – das gift der theokratie wirkt bis in die kleinste hütte.
without comment:
via Twitter by Stop Ahmadi
IRAN-BERLIN against election fraud via facebook
Call for action in Berlin-Charlottenburg
WHERE IS MY VOTE???
Wir bitten um überparteiliche Unterstützung!
Wir gehören keiner politischen Partei an!
Angesichts der WAHLMANIPULATION im Iran, demonstrieren Menschenmassen täglich für eine Korrektur der Wahlergebnisse. Es ist inakzeptabel, mit welcher Gewalt gegen die Demonstranten und Journalisten vorgegangen wird. Da wir nicht vor Ort mit unseren Freunden und Familien Seite an Seite friedlich protestieren können, rufen wir alle, die ihre Solidarität bekunden wollen auf, dieses gemeinsam mit uns zu demonstrieren!
Wir bitten jeden, ganz gleich aus welcher Nation, uns bei diesem friedlichen Protest zu unterstützen!
Treffpunkt:
Dienstag, den 16. Juni
Um 19:00 Uhr am Adenauerplatz
Wahlen sollten nicht überbewertet werden,sie sind ein Teil des politischen Spieles,aus dem sich fast die halbe Gesellschaft heraushält oder per Wahlrecht eben ein beachtlicher Anteil unserer Gesellschaft auch heraushalten muss. Für Freiheitsextremisten ist der Gang zur Wahl sogar ein Ausdruck reiner Machtverhätnisse zu Ungunsten der Entfaltung des Individuums. Das sind alles Aspekte für philosophische Grundsatzdebatten.
Ich habe mich als Nichtwähler dann aber doch für’s Mitspielen entschieden – nicht im grossen Spiel “weniger Staatssozialismus gegen mehr Staatssozialismus” – die mir bekannten Parteien haben eine Gemeinsamkeit, sie sind auf die Ausplünderung und bootmässige Erziehung des Steuerbürgers spezialisiert. Ich habe eine neue und kleine Gruppierung unterstützt,die Punkte vertritt,die für mich selbst wichtige Grundüberzeugungen sind: Freier Zugang zu Wissen und Kultur, Abwehr von staatlich gelenkter Zensur, mehr Bürgerfreiheit und ein genauer Blick auf die neuen Medien. Diese Punkte habe ich bei keiner der etablierten Parteien ernsthaft vertreten gesehen. Deshalb die Piratenpartei, bei der ich auf die zukünftigen Wege sehr gespannt bin. Auf grosse ideologische Würfe scheisse ich sowieso. Ich suberversives Element, in regulierungswütigen Zeiten mit der Tendenz zum Piratentum,aber nicht zum Sozialismus.
references:
Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz?
Presseecho: Berliner Tagesspiegel
Beim gestrigen Nachhauseweg kam ich über das Savignyplatzfest,eine gute Jazzkommbo hat mich auf der Knesebeckstrasse aus der tristen Arbeitswoche heraus ins Wochenende geholt. Bei meinem Bücherdealer habe ich mir etwas Lesestoff für das Wochenende besorgt. Zur Geschichte Griechenlands fiel mir beim Antiquar ein Suhrkamp-Bändchen aus 1969 mit interessanten Aufsätzen in die Hände: “Die verhinderte Demokratie: Modell Griechneland”,Hg. von Marios Nikolinakos und Kostas Nikolaou. Von Wilhelm Röpke, dem Nationalökonomen aus Genf, habe ich noch einen Band aus 1942 ausgegraben: ” Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart” – etwas stockfleckig,aber sonst gut erhalten. Ausserdem schmöker ich täglich im Briefwechsel zwischen Adorno und Siegfried Kracauer, das Benno Ohnesorg-Buch von Uwe Timm habe ich auch bald durch.
Die Wahlen zum EU-Parlament stehen vor der Türe. Aus Berlin kandidieren die mir bekannten Herren Zeller (CDU) und Cramer (GRÜNE). Die SPD schickt ein fleissiges Lieschen seit vielen Jahren ins Rennen. Die FDP möchte Frau Rechtsanwältin Thein nun aus ihrer Notariatskanzlei in Richtung Brüssel befreien. Wen die Linkspartei oder die NPD/DVU/REP aufstellen, interessiert mich nicht. Als nerdverdächtiger Internetnutzer liebäugelt mein inneres Wahlzentrum nunmehr mit der Piratenparte (Mit Deiner Unterschrift in den Bundestag!) – Dissi hat seine Überlegungen dazu in eine interessante Geschichte über freundschaftliche, metropolitane Debattenkultur verpackt. Für den Fortbestand Israels setzt sich leider keine der vorbenannten Parteien ein und mich beschleicht die Erkenntnis: Die gesamte EU- Nomenklatura schert sich einen Scheissdreck um den Judenstaat – für mehr als Verhandlungsmasse im Schacher um Interessen scheint kein Platz in den Köpfen der Politiker zu sein. Man merkt,die EU bringt alles in Anschlag,um sich gegen die USA zu positionieren,die Achse weist in Richtung Moskau-Peking-Teheran. Viele Demokraten scheinen damit kein Problem zu haben. Wie ich den Lütten in zehn Jahren diese perfide Strategie ohne Zynismus erläutern könnte,weiss ich heute leider noch nicht.
Letztens zum ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom habe ich mich noch über die Undankbarkeit der Amtskirchenchristen zum 60. Jahrestag des GG aufgeregt – dem Herren in der Höhe wurde gedankt,den Alliierten für den hohen Blutzoll bis 1945 eben nicht. Ob der Ex-regiernde Ritchie von Weizsäcker,die Göring Eckhardt oder die oberen Würdenträger von Katholizismus oder Protestantentum, nur Metaphysik überall. Und Angie sass mit ihrer Regierungsmischpoke in der ersten Reihe, sie hat das wohl über sich ergehen lassen als Pfarrerstochter.
Nun hat Angie im Rahmen der Obama-Stipvisite in Dresden und dem KZ-Buchenwald doch dankbare Worte zumindest für die USA gefunden – sie wollte wohl nur abwarten, bis ihre Dankesworte direkt ins Ohr des Präsidenten gelangen. So denke ich mir das jedenfalls zurecht.
Angies Glanz bekam gestern Nachmittag einige Kratzer: Ein mir bekannter Achtundsechziger will seit Jahren seine StaSi-Akte einsehen – er wurde seit seinem 11. Lebensjahr als Westberliner von Horch&Guck überwacht. Grund: Er hat seiner aus der Ostzone herübergemachten Tante gegen Ende der Fünfziger die Türe geöffnet. Seine Akte wurde zur Zeit der de Maiziere-Regierung – der ersten frei gewählten Volkskammer-Regierung – mit dessen Segen vernichtet. Angie war damals Regierungssprecherin und hat diese Politik nach aussen verkauft. Angie,mir graut ja auch immer mehr vor dir.
Da kommt hoffentlich noch etwas hinterher
Der Frühling ist voll im Gang und ich bin wieder von New Orleans begeistert, oder besser gesagt von den Musikerzeugnissen aus dieser Stadt.Allan Touissant, ein Urgestein an Mic und Piano, hat gestern Elvis Castello zu einer Jam getroffen,”Ascension Day” wurde improvisiert. Das hochwertige mp3- Stück ist über npr-Blog durch Patrick Jarenwattananon als Stream hier anzuhören (mit downloadhelper kann das Teil auf der HD verewigt werden) und meine Bootlegsammlung erweitert sich.
In den letzten Wochen tat sich recht wenig berichtenswertes. Vor meinem Urlaub ist noch viel auf der Arbeit zu erledigen,erst ab Mitte Juni wird es gemächlicher zugehen.
Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld hat sich nicht ohne Widerspruch auf der immer peinlicher werdenden “Achse” für Demjanjuk als Opfer des Stalinismus (und Täter der NS-Regimes) verwendet. Ihr Blick auf den Lebensweg des Schlächters fiel durch eine gewisse Ausführlichkeit auf, sie begegnet der Kritik von Schickora et al nur indirekt in einem Satz, der als kleinlauter Rückzug deutbar wäre. Ihr Kamof gegen linke political correctness könnte als überwertige Idee abgetan werden, ihre ideologischen Verknüpfungen im Kampf gegen das Vergessen der Opfer des Stalinismus befremden mich nur. Die Empathie für NS-Mörder und die Geschichtswahrnehmung des 3. Reiches dieser Frau sind einfach nur bizarr – auf dem Buckel von Millionen Naziopfern kühlen sich ja in unseren Breiten so Einige ihr Mütchen. Die Holocaustleugner sind schon eine ekelhafte und widerliche Mischpoke., wer NS-Täter des Vernichtungsfeldzuges zu Opfern umlügt, steht für mich in der selben Reihe der Leichenfledderei.Die Technik totalitärer Herrschaftssysteme befreit die Täter nicht von ihrer Verantwortung. Ich hoffe, Frau Lengsfeld verschont die Welt zukünftig mit ihren küchenpsychologischen Totalitarismushypothesen und sie kümmert sich vielleicht mehr um die MfS-Gedenkstätte in Berlin Hohenschönhausen – hoffentlich ohne die Nazifolie chronisch aus ihrer Handtasche zaubern zu müssen.
PS 1: Mir wird nun etwas klarer,was salty seinerzeit meinte,als er die DDR-Bürgerrechtler bezüglich deren NS-Wahrnehmung kritisch beäugte
(aber: Biermann ist nicht Lengsfeld)
PS 2: Che versucht es auch noch einmal – Was ist “links”?
PS 3: Jan Fleischhauer: Unter Linken - Von einem, der aus Versehen konservativ wurde
Gestern war ja der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Alliierten. Noch einmal ein Dankeschön an die Befreier – es hat zwar ein paar Jährchen gedauert,bis sich alle einig waren,wo der Feind zu bekämpfen war,aber entscheidend ist,was hinten heraus kam – eine demokratisch auf den Weg gebrachte BRD mit Westanbindung und eine nationalsozialistische DDR in stalinistischer Ausprägung. Das Zaudern der Westalliierten und der Hitler-Stalin-Pakt haben Polen und der Tschechei herbe Verluste eingebracht und die Shoah erst so richtig in Gang gebracht. Das sind auch Eintrübungen der reinen Freude.
Auch die Frage,wer sich eigentlich befreit fühlen konnte oder durfte,scheint bis heute nicht klar beantwortbar zu sein. Da ist die Befreiung der KZ-Überlebenden noch am klarsten zu benennen. Sinnig scheint eine prozesshafte Sichtweise der Abfolgen von historischen Erscheinungen und die Herausarbeitung von immer wiederkehrenden ideologischen Kontinuitäten, die meist als politjournalistische Kampagnen bemerkbar sind.
Der nachhaltige Umgang mit Nazischergen und dem Antisemitismus war kläglich,die Saat aus Pogromstimmung und Autoritätsgläubigkeit konnte nicht gestoppt sondern nur eingegrenzt werden. Hier gibt es noch einiges zu tun. Und die Herausbildung des Ost-West-Konfliktes hatte einen breiten Anteil daran, Antikommunismus war schliesslich auch für die NS-Gläubigen eine Haltung,die herüber gerettet werden konnte – dass Antikommunismus untrennbar mit dem Antisemitismus verknüpft war,wurde billigend von den Westalliierten und den Vätern des GG in Kauf genommen. Die SU hat die Teilung Deutschlands mit Stalinismus betrieben,der dem NS-Regime an Grausamkeit kaum unterlegen war – hier erfährt die SU-Befreiungsideologie ihren unwiederbringlichen Dämpfer.
Die Spanier hatten weniger Glück,sie mussten mit ihrem Faschoführer Franco bis in die 70er des letzten Jahrhunderts klarkommen,in Portugal ging es bis dahin auch sehr autoritär zu. Nicht zu vergessen ist auch die Obristenherrschaft im Griechenland der sechziger- und siebziger Jahre – die hat Zypern die türkische Besetzung und daran anschliessend die Teilung eingebracht. Heute ist die ex-SU politisch auf dem Rückzug, das demokratische Europa auf dem Vormarsch. Baltische und slawische Republiken sind zu echten Demokratien transformiert. Sorge bereiten heute allerdings noch der Balkan und die Anrainerstaaten Russlands,die dem Sog der sog. ” gelenkten Demokratie” Moskaus stark ausgesetzt sind. Es bleibt also noch viel zu tun.
PS: Heute ist ja auch noch dieser unseelige Muttertag,der ist vom NS-Mutterkreuz als Restbestand übrig geblieben. Darum begehe ich den auch nicht. Ich liebe oder hasse meine Alten ganz unabhängig von den Mutterkreuzlern.
Mehr vom Ludwig Hirsch gibt es hier,ich empfehle die Geschichte vom Dorftrottel.
Mein aktiver Einsatz für ideelle Ziele hat in den letzten Jahren abgenommen.
Bei facebook bin ich auf die Freunde der “Jewish Internet Defense Force” (hier deren Twitter) gestossen – sie haben kürzlich eine “Hate Israel Gruppe” mit 120 000 Mitgliedern erfolgreich von facebook verbannen können (Hagalil) und sie betreiben einen Internetshop mit ansprechenden Accessoires und Kleidungsstücken – ein Hoodie,Bag und Baseballshirt sind demnächst hoffentlich mein Besitz. Symbolischer Konsum.
Durban II , die Antirassismuskonferenz der UN in Genf war ein voller Erfolg für das Mullahregime in Teheran: 23 von 27 EU-Staaten hören also gerne einem Antisemiten und Israelhasser zu. Ein Kleinod der europäischen Meinungsfreiheit,wenn auch auf Kosten Israels. Wenigstens Angie weiss,was sich gehört – auch wenn die Debatte mit dem sozialdemokratischen Partner erst auf den letzten Drücker die Vernunft hat obsiegen lassen. Wenn es nach der GRÜNEN Claudia Roth ginge,wäre die Delegation aus Deutschland auch hocken geblieben und hätte dem Hassprediger ein Forum geboten - JürgenTrittin und Kerstin Müller warten ja schon seit Jahren auf ihre Audienz bei Präsident Achmadinedjad. Es ist schon sehr erstaunlich,welchen Ideologien die EU-Staaten einen diskussionswürdigen Debattenstatus zuschreiben.
Die EU-Gurkenkrümmungsvorschriften sind echt das geringste Problem.
PS 1: Mark hat’s schon vor 8 Monaten gewusst, ein Tipp für die unverbesserlichen Schweizer und die Gründeutschen drehen richtig an der Uhr. Wenig Erfreuliches gibt es auch von Daniel Cohn Bendit zu berichten.
PS 2: Erträgliches Kabarettl liefert Andreas Rebers von den Listigen Musikanten.
Ich heize ja auch mit Holz + Kohlen und warte wohl vergeblich auf die Abwrackprämie für meine Kachelöfen, eine letzte Replik auf den Winter 2008/2009: Winter Du Arsch!!!
Die beiden Herren haben mich schon als Solisten öfters erfreut,dieses Duett war mir aber neu:










